Das Projekt

Das durch den Nationalen Radverkehrsplan (NRVP) vom Bundesministerium für Verkehr und digitaler Infrastruktur (BMVI) geförderte Verbundprojekt Cape Reviso (Cyclist And PEdestrians on REal and VIrtual Shared rOads) befasst sich mit der Problematik, welche möglichen Konflikte Fußgänger:innen und Radfahrer:innen im täglichen Verkehr ausgesetzt sind.

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Urbane öffentliche Verkehrsräume unterliegen einem ständigen Wandel: temporär durch Baustellen oder durch andere Verkehrsteilnehmer:innen, praktisch durch Nutzungsansprüche verschiedenster Teilnehmer:innen und politisch, wie “Verkehrsplanung” in den Städten und Gemeinden betrieben werden soll. Der knappe Verkehrsraum in Städten muss zwischen allen Verkehrsteilnehmer:innen aufgeteilt werden oftmals kann er nur gemeinsam genutzt werden. Die Wahl des Verkehrsmittels hängt neben den Faktoren wie Kosten und Wegzeit auch davon ab, ob Mobilität als angenehm oder unangenehm empfunden wird. Potentielle Konflikte entlang des Weges und subjektiv empfundener Stress beeinflussen die Wahl. Fuß- und Radverkehr kann nur dann sinnvoll gefördert werden, wenn die Planenden sich dieser Konflikte bewusst sind, und sie diese in Hinblick auf die Nutzungsmuster der besonders schwachen Verkehrsteilnehmer:innen reduzieren.

Stresshotspots Moments of Stress Karlsruhe

Die Analyse offizieller Unfallzahlen mit der Beteiligung von Radfahrer:innen und Fußgänger:innen ist aufgrund der geringen Fallzahlen oftmals schwierig. Nach DESTATIS (Statistisches Bundesamt DESTATIS, 2021) liegen in den Partnerkommunen im Jahr 2017 nur 50 gemeldete Unfälle zwischen Radfahrer:innen und Fußgänger:innen mit Verletzten in Stuttgart (16), Karlsruhe (34) und Herrenberg (0) vor. Während bei statistisch relevanten Unfallhäufungen an einer Stelle Maßnahmen ergriffen werden können, bleiben gefährliche und konfliktreiche Knotenpunkte und Führungsformen oft unerkannt und bilden ein persistierendes Hemmnis für unentschlossene Radfahrer:innen und Fußgänger:innen.

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Das in diesem Projekt vorgeschlagene Verfahren zielt auf eine Verbesserung von Knotenpunkten und Führungsformen in der Schnittstelle zwischen dem Rad- und Fußverkehr durch Erfassung der Verkehrssituation ab.

Die Methoden stellen dabei ein Werkzeug für die Stadt- und Verkehrsplanung (Planningand Decision-Support-Tool) dar, um mit Hilfe von Simulationen zu einer verbesserten Entscheidungsgrundlage zu gelangen.

Das Projekt läuft von 2020 bis 2023. Die im Projekt entwickelten Methodensets werden als quelloffene Software frei zugänglich gemacht. Dabei handelt es sich um das Prototypensystem zur Verkehrserfassung, Softwarekomponenten für die Simulation in der virtuellen Realität und eine Beteiligungs-App für Bürgerinnen. Die Ergebnisse sollen neben der Wissenschaft, Entscheidungsträgerinnen und Ausführenden auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden mittels einer Projekt-Publikation mit Handlungsempfehlungen, eines Abschlussworkshops und Bürger*innenworkshops in den beteiligten Kommunen.

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